Felix Stehli doppelt nach: Der diesjährige Sieger in der Hauptkategorie des Hittnauer Bikerennens ist der Gleiche wie letztes Jahr. Als „zweiter Sieger“ kann sich Joe Wittenwiler fühlen. Er ist neuer Träger des Trikots für den Führenden in der Gesamtwertung der MTB Race Series 2026.
Nebst den Resultaten war das Wetter ein dominierendes Thema am Hittnauer Bikerennen vom 28. Juni. Gewitterböen in der vorangehenden Nacht hatten verschiedenen Zelten ziemlich zugesetzt. So waren die Organisatoren des VC Hittnau vor dem Start in den Renntag gefordert, die Infrastruktur wieder in gebrauchstauglichen Zustand zu bringen.
Kühlen – trinken, was die Wasserflaschen hergeben! Das war das Motto des Tages. Warm war es schon um 08.30 Uhr beim Start zum ersten Rennen des Tages, aber ein leichter Wind sorgte für etwas Frische. Mit verschiedenen Massnahmen gewährleistete der VC Hittnau Kühlmöglichkeiten. So passierten etwa die Fahrer und Fahrerinnen Wassersprenger an der Strecke, was offensichtlich genossen wurde. Trotz der Hitze standen über 420 Teilnehmende am Start.
Open-Kategorie: Stehli wiederholt Vorjahressieg
In Abwesenheit des Führenden im Gesamtklassement, Pema Federer, stellte sich in der Hauptkategorie die Frage: Wer wird neuer Gesamtleader? Dafür In Frage kamen sechs der zehn Startenden, für Spannung war somit gesorgt.
Der Blick auf die Startliste zeigte schnell den Favoriten: Vorjahressieger Felix Stehli, der sich vor allem in der Gravel-Szene einen Namen gemacht hat. Nicht weiter verwunderlich also, dass Stehli bereits nach der ersten Runde an der Spitze auftauchte. Dort blieb er auch bis zur Zieleinfahrt, in der ersten Rennhälfte noch in Begleitung von Valentin Länzlinger, der die Pace dann aber nicht mehr halten konnte. Mit Joe Wittenwiler an dritter Position war das Podest schon bald besetzt. Das Resultat war für Wittenwiler von besonderem Wert, hievte es ihn doch an die Spitze des Cup-Gesamtklassements.
Drei VCH-Fahrer bestritten das Rennen in der Hauptkategorie. Bester von ihnen war Dario Frei, der Rang 5 belegte. Henry Goerdten erkämpfte sich den 7. Platz, Pascal Dieterich wurde 9.

Das Rennen der Junioren wurde zur Beute von Peppin Lang, der seine Runden im Stil einer Machtdemonstration abkurbelte. Flankiert auf dem Podest wurde er durch Louan Bühler und Sven Hertli. Bei den Damen bildete sich bald eine dreiköpfige Spitzengruppe mit Gesamtleaderin Lilly Vögel, Sabrina Bärtschi und Evelyn Stalder. Die Podestplätze waren damit vergeben.
Dank Kühlmassnahmen keine Hitzeprobleme

Sehr zufrieden mit dem Renntag zeigte sich OK-Chef Manuel Boog. „Wir hatten erfreuliche Teilnehmerzahlen. Die Strecke war zwar extrem staubig, aber insgesamt top zu befahren“. Die Hitze habe nicht zu Problemen geführt, am Morgen sei es dank etwas Bewölkung noch lange angenehm gewesen. „Die Sanität hat nur ein paar kleine Schürfungen verarzten müssen“, so Boog. Die Organisatoren hätten einige Kühlmassnahmen getroffen – und seien dabei unverhoffterweise unterstützt worden: „Vielen Dank dem VC Bauma für das Verteilen von Kühlschwämmen an alle Teilnehmer – nicht nur an jene des eigenen Clubs!“ lobt der OK-Präsident.
U17 Hard: Überlegener Sieg von Mila Oehler
Den Renntag eröffnet hatten die jungen Herren und Damen der Kategorie U 17 Hard. Nach der ersten von insgesamt drei Runden zeigte das Rennen bereits deutliche Konturen. Nico Rüegg lag in Front, 20 Sekunden vor Livio Hadorn und 35 vor Robin Huser. Der Gesamtleader Julian Zahner folgte auf Rang 4. Der erste Fahrer des VC Hittnau, Matthias Vonrüti, lag an 10. Position. Rüegg fuhr einen souveränen Sieg ins Ziel. Dahinter entfachte sich ein spannender Kampf um die Ränge 2 und 3, den Huser schliesslich für sich entschied. Hadorn wurde Dritter. Gesamtleader Julian Zahner als Vierter kann sein Leadertrikot weiterhin auf seinen Schultern tragen.
Das Rennen der jungen Damen war früh entschieden. Mila Oehler zeigte sich schon bald alleine in Front und feierte einen überlegenen Sieg.
U15 Mega: Entscheidung erst im Sprint
Eindrückliche Felder zeigte die Kategorie U15 Mega: 47 Knaben und 8 Mädchen standen am Start der vier etwas kürzeren, aber immer noch anspruchsvollen Runden. Schon bald zog sich das Feld in die Länge, angeführt von Gesamtleader Kilian Kleiner, der die beiden bisherigen Rennen der Serie für sich hatte entscheiden können. Zusammen mit Niklas Fäh kam Kleiner als zweiter bei der ersten Zieldurchfahrt vorbei. Die beiden drehten ihre Runden gemeinsam deutlich vor den ersten Verfolgern. Die Entscheidung erfolgte erst im Schlusssprint, den Kleiner gewann. Dritter wurde Luis Egli, der diese Position seit Rennhälfte für sich hatte beanspruchen können.
Bei den Mädchen war die Sache schnell klar. Gesamtleaderin Ronja Stalder erschien allein in Front, behauptete sich souverän vorn im Pulk der Knaben und fuhr ihren dritten Sieg im laufenden Jahr ungefährdet ins Trockene. Das Podest wurde vervollständigt durch Nina Blaser und Sina Flisch.
U13 Rock: Die heikle Startkurve im Griff
Gegen 70 Startende der Kategorie U13 Rock sehen die scharfe Linkskurve ca. 50 Meter nach der Startlinie – eine Herausforderung im Gedränge eines grossen Feldes. Doch die jungen Biker und Bikerinnen haben das im Griff, der Start gelingt ohne Zwischenfall. Eine Vierergruppe vermochte sich vom Rest des Feldes abzusetzen; aus dieser lancierte Nino Dober einen Vorstoss und wurde bis ins Ziel nicht mehr gesehen. Die verbleibenden Podestplätze erkämpften sich Andrin Blattner und Elias Hollenstein.

Bei den Mädchen lieferten sich Aurélie Trepte, Sina Etter und Capucine Lacoste ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Trepte und Etter, Clubkolleginnen im VC Horgen, vermochten Lacoste in der letzten Runde zu distanzieren. Trepte, Führende im Gesamtklassement, ersprintete sich den Platz ganz oben auf dem Podest und baute ihren Vorsprung damit aus.
U11 Cross: VCH-Podestplatz für Noé Späni
Ebenfalls über 70 Fahrerinnen und Fahrer waren in der Kategorie U11 Cross am Start. Entsprechend zahlreich war deshalb auch das Publikum, das den Nachwuchs lautstark anfeuerte. Kämpfen wie die Grossen, das schien deren Motto zu sein. Rennatmosphäre pur! Der Rennausgang bei den Knaben blieb bis am Schluss spannend. Um 8 Sekunden hatte schliesslich Ruen Sangiorgi die Nase vor Lars Sutter. Für den VC Hittnau gab’s Anlass zum Feiern: Noé Späni erkämpfte sich als Dritter einen Platz auf dem Podest!Insgesamt 10 Fahrerinnen und Fahrer der Hittnauer Nachwuchsabteilung Cycling Eagles waren in dieser Kategorie unterwegs und demonstrierten die Breite des örtlichen Bike-Nachwuchses.
Die Cup-Leaderin Andrina Stucky erschien nach der ersten Runde knapp vor den ersten Verfolgerinnen. Diese zeigten sich aber hartnäckig und mit grossem Kämpferherz. Erst in der zweitletzten Runde konnte Stucky die entscheidenden Meter zwischen sich und die Konkurrentinnen legen. Zweite wurde Amélie Good; Morgane Lacoste vervollständigte das Podest.
U9 Soft: Biken macht Spass
Gegen 80 Teilnehmende standen am Start der Kategorie U9 Soft. Der Ausgang des Rennens war eine klare Sache. Die Gesamtleader zeigten sich souverän, auch die restlichen Podestplätze waren aufgrund der Resultate der vorangehenden Rennen keine Überraschungen. Auffallend viele Gesichter strahlten auf den Bikes – man sah, dass der Sport Spass macht! Und wie bei den Grossen muss ein Defekt nicht das Ausscheiden bedeuten. Einer der Jungs überquerte die Ziellinie joggend, das Bike schiebend – Einsatz bis zum Schluss!
U7 Pfüderi
Pfüderi ist die Kategorie der grossen Unterschiede. Die einen fahren schon ein richtiges, hochwertiges Bike – andere sind mit kleinen Kindervelos unterwegs. Den richtigen Gang zu wählen, fällt manchen schwer – andere haben das Schalten bereits im Griff. Beim Start wird Vollgas losgeprescht, oder gemächlich in die Pedale getreten. Die Bikebeherrschung reicht von nahezu perfekt bis sehr entwicklungsfähig. Vielfalt: Das macht die Faszination der Pfüderi-Kategorie aus!

For all: Kategorie des VCH-Heimrennens
Beim eigenen Anlass mittun: Das ist für manches Mitglied des VC Hittnau ein jährliches Ziel. In der Kategorie For all ist das möglich, und so stellt sich im VCH jeweils die Frage: Wie schneiden unsere Fahrer ab? Drei standen am Start, darunter auch OK-Präsident Manuel Boog. Dieser legte einen Blitzstart hin, tauchte in der ersten Runde zwischenzeitlich an der Spitze auf, musste seinem Anfangseffort in der Folge jedoch etwas Tribut zollen. Rang 7 war das Endresultat. Vervollständigt wurde die Hittnauer Präsenz in der Rangliste durch Michael Senn (14.) und Nino Fahrni (16.).
Christoph Boog